x-Achse lässt sich nach Crash nicht mehr kalibrieren.  

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Lumixnick
(@dirk-hertel)
Active Member

Hallo und guten Abend,

ich hatte heute einen Crash, da sich ein ausgekühlter Blog auf dem Druck befand und der Drucker in x-Richtung hängengeblieben ist.

Er hat das zwar erkannt und mir das Weiterdrucken angeboten, aber er dann hat er die x-Achse mehrfach schnell gegen die rechte Endposition gefahren und der Motor ist durchgerutscht.

Ich hab schnell abgeschaltet, danach einen Factory-Reset (All Data) durchgeführt und danach eine Neueinrichtung gestartet.

Trotzdem erkennt der Drucker jetzt die X-Position nicht mehr richtig und fährt immer über die rechte Grenze hinaus oder gegen die Z-Achse.

Egal, ob ich vorher den Kopf an die linke Position gefahren habe oder nicht.

Muss ich nun den Drucker zerlegen ?

Was kann ich noch tun ?

viele Grüße und Danke für einen guten Tipp.

Posted : 27/04/2020 7:19 pm
Just3D
(@just3d)
Estimable Member

Ich hab´ das mehrfach erlebt, wenn ich versehentlich über Octoprint die Achsen falsch verfahren habe. Dann half jedes Mal ein mehrfacher (!) Neustart über den X-Knopf; nach den ersten zwei, drei Neustarts fuhr der Drucker noch ziemlichen Mist zusammen. Wird sich sicherlich noch jemand melden, der mehr weiß, aber im sehe ich jetzt keinen Sinn. Ich würde den Stecker ziehen und mal ´ne Stunde warten, bis die Kondensatoren im Einsy leer sind; dann ggf. mal die Firmware flashen und dann geht´s hoffentlich wieder.

Beste Grüße

Chris

I try to give answers to the best of my ability, but I am not a 3D printing pro by any means, and anything you do you do at your own risk....
Posted : 27/04/2020 8:06 pm
kai.r3
(@kai-r3)
Noble Member

@just3d

Moin, wenn solche Fehler aufgetreten sind solltet ihr immer das Netzteil für einen kurzen Zeitraum ausschalten.

Das muss keine Stunde sein. Die Restspannung zieht das Display schon vom Board.

Da reichen dann auch 15 Sekunden.

Posted : 28/04/2020 7:39 am
Heinz liked
Lumixnick
(@dirk-hertel)
Active Member

Erstmal danke für die Tipps.

Ich hab jetzt nach mehrfachen Resets einfach mal ganz pragmatisch den Extruder manuell bewegt und siehe da, wenn man von rechts nach links bewegt, gibt es ab etwa der Mitte einen recht hohen Widerstand.
Da ja keine Endschalter vorhanden sind und über den Widerstand der Endpunkt bestimmt wird, ist hier die Ursache zu suchen.

Der Drucker denkt, dass die Mitte der linke Endpunkt ist und fährt dann natürlich voll rechts gegen die Begrenzung.
Also jetzt geht es ans zerlegen und schauen, woran es liegt.

Posted : 28/04/2020 8:34 am
kai.r3
(@kai-r3)
Noble Member

@dirk-hertel

Oh, das ist ärgerlich. Viel Erfolg!

Schau mal ob Du das Riemenrad richtig herum montiert hast. Das kann man schnell mal übersehen in der Anleitung.

Posted : 28/04/2020 9:37 am
Lumixnick
(@dirk-hertel)
Active Member

@kai-r3

Der Drucker ist ja seit September fast täglich in Betrieb, also Riemenrad ist schon richtig montiert.
Ursache war einfach auch wenn man es  nicht glaubt nachgelassene Riemenspannung und gleichzeitig viel Dreck auf der X-Achse.
Nach Nachziehen und danach etwas fetten funktioniert nun wieder alles widerstandslos 🙂

Posted : 28/04/2020 10:39 am
kai.r3
(@kai-r3)
Noble Member

@dirk-hertel

Perfekt! 👍 

Posted : 28/04/2020 10:41 am
a.kuehn
(@a-kuehn)
Active Member

Ich habe leider exakt das gleiche Problem:

X-Achse bei Bewegung von rechts nach links, gibt es meist ziemlich in der Mitte einen deutlichen Widerstand, was zu Crashs führt. Nun gehe ich davon aus, dass die Lösung auch die gleiche sein wird: Riemenspannung, Dreck, Fett...

Nun habe ich den Nachteil, dass ich den Drucker fertig gekauft habe. Also nicht selbst zusammengebaut (ich schraube nicht so gern).

Ich weiß nun also nicht, wie ich hier vorgehen soll. Gibt's irgendwo eine gute Anleitung?

Der Drucker selbst ist jetzt ca. 1 Jahr alt, aber kaum gelaufen. Hat allerdings ein Standortproblem. Die Umgebung ist betriebsbedingt ziemlich staubig. Vielleicht ist das die Ursache.

Vielen Dank für Eure Hilfe!

Posted : 03/07/2020 8:45 am
kai.r3
(@kai-r3)
Noble Member

@a-kuehn

Hallo,

wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe ist der Drucker bereits 1 Jahr bei jemand anderem gelaufen mit den entsprechenden Betriebsstunden und dem damit verbundenen Verschleiß.
Du hast den Drucker nun übernommen und betreibst ihn in einer staubigen Umgebung.
An einer Stelle der Wellen (mittig) hast Du eien erhöhten Widerstand beim Schieben.
Der Drucker meldet jetzt genau was? Crash detection?

Also erstmal nur ganz kurz.
Das kann jetzt tatsächlich alles sein. Von verbogenen Führungen auf X, bis hin zu verdreckten Lagern.
Vielleicht solltest Du den Standort auch nochmal überdenken. Wenn es wirklich sehr staubig ist wird darunter alles am Drucker leiden.
Egal ob Lager oder Gurte, bis hin zur Elektronik. Die mag eine Schicht aus Staub nämlich auch gar nicht.
Stark abgedeckte Elektronik stirbt gerne den Hitzetod. Im Falle der Elektronik (auch grad das Netzteil) wird das je nach Staubaufkommen sogar zum Sicherheitsrisiko durch Kurzschluss. Die denkbar ungünstigste Stelle wäre also z.B. in der Nähe von Holzschleif- oder Sägearbeiten.

Aber zurück zum Thema.
Hier würde ich eine vollständige Inspektion durchführen.
Also den Drucker (teil) zerlegen und reinigen.
Zusätzlich verschlissene Teile erneuern.
Teile wie die Wellen/Führungen würde ich dabei gleich auf Defekte/Biegung prüfen.
Eine Sichtprüfung sollte da vorerst reichen.
Anschließend alle betreffenden Stellen schmieren und den Drucker vollständig neu kalibrieren.
Je nach Art des Staubes kommt hier auch die Art und Häufigkeit der Schmierung zum tragen.
Evtl. kannst Du das "zeimlich staubig" ja noch etwas erläutern.

Gruß Kai

P.S. Es reicht wenn Du in einem Thread die Frage stellst. Doppelpost erhöhen nur den Aufwand.

 

Posted : 03/07/2020 12:28 pm
kai.r3
(@kai-r3)
Noble Member

@a-kuehn

Ach, fast vergessen. EINE Anleitung gibt es für solche Probleme nicht.
In den Prusa FAQs gibt es sehr hilfreiche Lösungsanätze, und auch die Erklärvideos von z.B. Prusa auf Youtube sind hilfreich.
Wenn Du aber generell nicht gerne schraubst würde ich mir jemanden auf der Prusa WorldMap suchen der in Deiner Nähe Unterstützung anbietet.

Posted : 03/07/2020 12:32 pm
a.kuehn
(@a-kuehn)
Active Member
Posted by: @kai-r3

@a-kuehn

Hallo,

wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe ist der Drucker bereits 1 Jahr bei jemand anderem gelaufen mit den entsprechenden Betriebsstunden und dem damit verbundenen Verschleiß.
Du hast den Drucker nun übernommen und betreibst ihn in einer staubigen Umgebung.
An einer Stelle der Wellen (mittig) hast Du eien erhöhten Widerstand beim Schieben.
Der Drucker meldet jetzt genau was? Crash detection?

Also erstmal nur ganz kurz.
Das kann jetzt tatsächlich alles sein. Von verbogenen Führungen auf X, bis hin zu verdreckten Lagern.
Vielleicht solltest Du den Standort auch nochmal überdenken. Wenn es wirklich sehr staubig ist wird darunter alles am Drucker leiden.
Egal ob Lager oder Gurte, bis hin zur Elektronik. Die mag eine Schicht aus Staub nämlich auch gar nicht.
Stark abgedeckte Elektronik stirbt gerne den Hitzetod. Im Falle der Elektronik (auch grad das Netzteil) wird das je nach Staubaufkommen sogar zum Sicherheitsrisiko durch Kurzschluss. Die denkbar ungünstigste Stelle wäre also z.B. in der Nähe von Holzschleif- oder Sägearbeiten.

Aber zurück zum Thema.
Hier würde ich eine vollständige Inspektion durchführen.
Also den Drucker (teil) zerlegen und reinigen.
Zusätzlich verschlissene Teile erneuern.
Teile wie die Wellen/Führungen würde ich dabei gleich auf Defekte/Biegung prüfen.
Eine Sichtprüfung sollte da vorerst reichen.
Anschließend alle betreffenden Stellen schmieren und den Drucker vollständig neu kalibrieren.
Je nach Art des Staubes kommt hier auch die Art und Häufigkeit der Schmierung zum tragen.
Evtl. kannst Du das "zeimlich staubig" ja noch etwas erläutern.

Gruß Kai

P.S. Es reicht wenn Du in einem Thread die Frage stellst. Doppelpost erhöhen nur den Aufwand.

 

Hallo Kai,

danke mal für Deine Antwort.

So ganz korrekt hast Du mich noch nicht verstanden :-), weshalb ich es nochmals etwas detaillierter versuche.

Ich habe den Drucker vor ca. 1 Jahr neu, direkt bei Prusa gekauft. In montiertem Zustand. D.h. da hat bisher niemand was dran geschraubt, und wurde auch selten genutzt. Die Betriebsstunden schätze ich auf unter 100.

Der Standort ist eine Schreinerei. Da hast Du gut spekuliert. Ich kann das aber nicht ändern. Allerdings ist es jetzt auch nicht sooo wild, wie es vielleicht rüber kommt. Der Drucker steht nicht zwischen Kreissäge und Schleifmaschine, sondern da liegen noch 3 Räume dazwischen. Im entsprechenden Raum befinden sich auch PCs, Schneideplotter, Digitaldrucker etc., was alles seit vielen Jahren problemlos funktioniert. D.h. so staubig ist es dort auch wieder nicht. Äußerlich ist auch kein Staub sichtbar.

Nun nochmals genau zum Problem:

Dieses besteht in der X-Achse (Links-Rechts). Beide anderen Achsen sind einwandfrei leichtgängig.

Wenn der Drucker in Betrieb ist, gibt es bei der X-Bewegung häufig ein fieses Geräusch, weil der Weg blockiert scheint.

Wenn der Drucker ausgeschaltet ist, und ich den Druckkopf von Hand nach links und rechts bewege, fällt auf, dass die Bewegung von links-nach-rechts gleichmäßig leichtgängig ist. Die Bewegung von rechts-nach-links aber leider nicht. Hier braucht man häufig viel Kraftaufwand um den Druckkopf zu verschieben. Klar dass der Motor das nicht mitmacht. Die schwergängige Stelle ist nicht immer an der gleichen Position, zumeist aber ziemlich in der Mitte.

Die beiden Edelstahlstangen habe ich nun schon mehrfach gereinigt, die sind blitzblank.

Weshalb nach meiner Logik, kein Weg am Zerlegen des Druckkopfes vorbeiführt.

Keine Angst: So ganz zwei linke Hände habe ich auch nicht. Ich schraube eben nur nicht so gern 🙂 Werde mich dann jetzt eben mal nach FAQs und Videos Ausschau halten.

Solltest Du oder jemand anderes aber noch Hinweise oder sinnvolle Lösungsansätze für das Problem haben, wäre ich natürlich dankbar.

VG

Andreas

Posted : 03/07/2020 1:35 pm
kai.r3
(@kai-r3)
Noble Member

@a-kuehn

Ah, ok. Dann können wir jetzt aber gut weitermachen.
Nach deiner Beschreibung bin ich gleich bei der Lagerung des Druckkopfes.
Genauer gesagt könnte es sein das sich eines (oder  mehrere) der Lager aufgrund von Fremdeinwirkung (Staub oder ähnliches) zum "one Way" also Einweglager entwickeln. Wobei der deutsche Begriff etwas verwirrend ist.
Aber gehüpft wie gesprungen wirst Du wohl um eine Revision der X-Achse nicht umher kommen.
Leg Dir zur Sicherheit dafür schon mal drei neue Lager an die Seite.
Zusätzlich kannst Du vorab noch kontrollieren ob sich vielleicht etwas vom Kunststoff des Lagers gelöst hat und in einer Richtung Druck ausübt beim verschieben. Das wäre auch ein mögliche Erklärung warum es nur in eine Richtung stattfindet.

Bei der Räumlichkeit bin ich ganz bei Dir. Eine "Büro-Arbeitsumgebung" sollte der Drucker vertragen können, sofern er nicht direkt in der Fertigung steht.

Gruß Kai

Posted : 03/07/2020 2:14 pm
a.kuehn
(@a-kuehn)
Active Member

@kai-r3

Hallo Kai,

vielen Dank. Ich habe mir nun zuerst die Lager von außen genau angesehen. Optisch gibt es da nichts zu bemängeln. Zumindest nichts abgebrochen oder dergleichen. Unten ist eins, und oben sind es zwei. Korrekt?

Nun habe ich im Prusa-Shop nach den Ersatzteilen geschaut. Ist das "Linear bearing LM8UU" das korrekte Ersatzteil? Ich meine die Beschriftung auch auf den Lagern gesehen zu haben.

Dann gibt's aber auch noch "bearing housing 623h" brauche ich das auch?

Auch habe ich mal die Montageanleitung überflogen: Sehe ich das richtig, dass...

1. Hinten Kabelstrang am Extruder demontieren.

2. Hinteres 3D-Druckteil mit den 4 Inbusschrauben entfernen.

3. Den Zahnriehmen rausfummeln.

4. Den ganzen Extruder abnehmen.

5. Die ganze Achse ausbauen

Erst dann kann man die Lager von den Stangen entfernen, und alles wieder zurückbauen. Ist das einigermaßen korrekt?

VG

Andreas

Posted : 03/07/2020 4:16 pm
Karl Herbert
(@karl-herbert)
Famed Member

@dirk-hertel

Ich würde einen regelmässigen Wartungszyklus für den Drucker empfehlen. Viele agieren erst nach einer Fehlfunktion und wenn man Pech hat, liegen dann defekte Teile z.B. Linearlager vor. Es ist ausreichend, wenn Du die Linearlager vor dem ersten Einbau richtig fettest (nicht zuviel) und dann die Führungswellen mit Fett leicht beschichtest. Hin und wieder mit einem fuselfreien Tuch reinigen und leicht nachfetten. Falls Du Rillen auf den Führungswellen siehst, würde ich daran denken die nächste Zeit diese und die Lager zu erneuern. Gelegentlich die Schrauben auf festen Sitz prüfen und... die Zahnriemen halten auch nicht ewig. Solche Verschleißteile halte ich immer auf Lager damit die Ausfallzeiten nicht zu lange werden. Ebenso natürlich eine Heizpatrone, Thermisoren, Düsen, PTFE's, hotend Teile usw.

Statt zu klagen, dass wir nicht alles haben, was wir wollen, sollten wir lieber dankbar sein, dass wir nicht alles bekommen, was wir verdienen....
Posted : 03/07/2020 4:50 pm
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