PETG lässt sich schwer vom Druckbett lösen  

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dl4bby
(@dl4bby)
Active Member

Hallo,

Ich habe einen I3 MK3 als Bausatz bestellt und zusammengebaut. Das hat alles recht gut geklappt.Die ersten Drucke mit PLA gingen schon sehr gut. Dann habe ich mir Gehäuseteile aus PETG gedruckt. Das ging eigentlich auch recht gut bis auf etwas Fädenziehen und einigen Stops mit Crasherkennung. Nun habe ich immer etwas Probleme die Filamentreste zu entfernen da sie sehr stark auf dieser beschichteten Federblechplatte haften und zwar speziell dieser Filamentstreifen der immer ganz am Anfang vorne auf dem Blech gedruckt wird. Ich vermute der hat mit der Kalibrierung des Extruders zu tun. Diesen Streifen PETG zu entfernen ist immer ein Akt. Bis jetzt musste ich immer mit Aceton ran um das zu lösen. Bei PLA hab ich das Problem nicht. Vielleicht weiß jemand Rat.

Gruß

Thomas

Posted : 14/02/2020 5:01 pm
Lichtjaeger
(@lichtjaeger)
Prominent Member
Posted by: @dl4bby

Vielleicht weiß jemand Rat.

Ja, Handbuch lesen. Im speziellen den Teil mit der Pattenvorbereitung im Hinblick auf PETG. (Kleiner Tipp: Fensterreiniger)

Posted : 14/02/2020 5:23 pm
Misc
 misc
(@misc)
Estimable Member

Uhh pass mit dem Aceton auf. Das würde ich von den Druckplatten ganz weit weglegen.

Posted : 14/02/2020 6:28 pm
Karl Herbert
(@karl-herbert)
Famed Member

@misc

Kommt drauf an welche Druckplatte. Die pulverbeschichtete mag kein Aceton. Die Folierte ist da unempfindlicher.

Was die Haftung betrifft. Versuch die Firstlayerhöhe etwas zu entschärfen. Möglicherweise bist Du zu nahe am Druckbett. Einfach mal um 0.05mm höher stellen. Wenn Du z.B. -0.850 eingestellt hast, ändere auf -0.800, also weiter weg vom Druckbett.

Mit welcher Druckplatte druckst Du? Für PETG würde ich die texturierte verwenden.

This post was modified 7 months ago by Karl Herbert
Statt zu klagen, dass wir nicht alles haben, was wir wollen, sollten wir lieber dankbar sein, dass wir nicht alles bekommen, was wir verdienen....
Posted : 14/02/2020 9:41 pm
dl4bby
(@dl4bby)
Active Member

@karl-herbert

Ich denke es ist die pulverbeschichtete Platte. Sie fühlt sich zumindest glatt an und ist so oliv grün. Es war auch nur die eine Platte dabei. In der Beschreibung ist von glatter und strukturierter  PEI-Pulverbeschichtung die Rede. Da die Beschichtung beidseitig ist werde ich die andere Seite mal nehmen und nur mit Alkohol reinigen und das Aceton weit weg legen.

Posted : 14/02/2020 11:20 pm
Misc liked
Karl Herbert
(@karl-herbert)
Famed Member

@dl4bby

Glatt (foliert):

Texturiert (pulverbeschichtet):

Wichtig: Die Platte mit fettlösendem Spülmittel und warmem Wasser gründlich reinigen, trocknen und evtl. mit Isopropanol nachbehandeln. Nicht mehr mit den Fingern berühren. Am Besten Baumwoll- oder Latexhandschuhe tragen.

This post was modified 7 months ago by Karl Herbert
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Posted : 15/02/2020 12:26 am
dl4bby
(@dl4bby)
Active Member

Ich habe hier die glatte Variante. Die Tips helfen mir schon weiter. Danke dafür

Gruß

Thomas

Posted : 15/02/2020 9:22 am
kai.r3
(@kai-r3)
Noble Member

@dl4bby

Und warte immer bis die Platte wieder komplett auf Zimmertemperatur ist.

Andernfalls kann es passieren das Du die Teile aus der Beschichtung reißt. Das habe ich anfangs leider schmerzhaft feststellen müssen. Da habe ich jenseits der 100° schon versucht den Andruckstreifen abzureissen. Schlechte Idee.......

Posted : 17/02/2020 9:57 am
andy.podo
(@andy-podo)
Eminent Member

@karl-herbert

Da ein Frage dazu.

Vom Verständnis hätte ich vermutet, dass das PETG auf der glatten Platte weniger haftet wie die Struckturierten und somit leichter zu lösen und reinigen ist.

Hab ich da einen Denkfehler oder sind das unterschiedliche Beschichtungen bzw. Materialien?

Posted : 24/07/2020 3:35 pm
projektc
(@projektc)
Reputable Member

Bei mir haftet PETG ( DasFilament und Prusa ) auch sehr stark an der grünen Platte.

Der erste Streifen ist bei mir aber bei PETG auch etwas Filament abhängig.
Manche PETG gehen einfacher und andere brauche ich fast Hammer und Meisel.
An der Druckplatte an sich beim Ausdruck haftet aber PETG schon sehr gut und auch im abgekühlten Zustand muss ich etwas biegen, damit es reunter geht.

Beim unteren Streifen hilft es bei mir dei Platte auf 70 Grad zu erhietzen, dann kann ich es gut abziehen.

Lieber so als andersrum.

Posted : 26/07/2020 10:46 am
Lichtjaeger
(@lichtjaeger)
Prominent Member
Posted by: @andy-podo

@karl-herbert

Da ein Frage dazu.

Vom Verständnis hätte ich vermutet, dass das PETG auf der glatten Platte weniger haftet wie die Struckturierten und somit leichter zu lösen und reinigen ist.

Hab ich da einen Denkfehler oder sind das unterschiedliche Beschichtungen bzw. Materialien?

Die Pulverbeschichtete Platte (struckturiert) bietet zwar wärend des Druckens erstmal mehr Oberfläche und damit Haftung, beim Abkühlen kommt es aber zur thermischen Dehnung der Platte und des Mateials. Durch die Bewegung von "Hügeln und Mulden" wird dadurch das Material von der Platte abgestoßen, so dass die Druckteile meist schon nach dem Abkühlen lose auf der Platte liegen und gar nicht haften.

Man kann sogar manchmal beim Abkühlen ein leises Klicken und Knacken hören, wenn sich das Teil von der Platte löst.

Posted : 26/07/2020 11:10 am
Karl Herbert
(@karl-herbert)
Famed Member

@andy-podo

Beispielsweise habe ich mit beiden Platten ASA von Extrudr gedruckt. Von der pulverbesch. Platte konnte man nach dem Abkühlen der Platte auf Raumtemp. das Bauteil leicht händisch abnehmen. Bei der glatten, folierten Platte, wichtig vorher auf Raumtemp. abkühlen lassen, musste ich mit Biegen und einem Schaber nachhelfen. Auf der glatten Platte bilden sich bei höheren Betttemp. (110Grad C.) leichte Bläschen, welche aber mit der Zeit wiederr verschwinden. Keinesfalls würde ich das Bauteil von warmen Platten mit Gewalt oder viel Krafteinsatz abziehen, da es zu Beschädigungen der Platten führen kann. Ich denke, diesen Lernprozess muss jede/r einmal selbst machen.

Die PEI Beschichtung ist nicht 100% Acetonresistent. Wendet man es regelmäßig an, kann dies zu Sprödigkeit und Rissbildung der Beschichtung führen. Auch dies muss man zuerst ausgetestet haben um dann mit Aceton etwas sparsamer umzugehen.

Manchmal hinterlassen diverse Materialien Schatten auf den Platten. Ich habe diese auch schon mal mit 1200er Naßschleifpapier (und nicht mit starken Lösungsmitteln) entfernt indem ich kreisend über die Platte gefahren bin und diese anschl. sauber gereinigt und entfettet habe.

Manchmal kann man zur besseren Haftung oder zur leichteren Lösbarkeit der Bauteile verschiedenen Kleber, Bänder und auch Sprays und andere selbstgemixte Tinkturen anwenden was aber sehr stark vom verwendeten Filament abhängt. Da macht Erfahrung und Dokumentation klug!

Statt zu klagen, dass wir nicht alles haben, was wir wollen, sollten wir lieber dankbar sein, dass wir nicht alles bekommen, was wir verdienen....
Posted : 26/07/2020 11:59 am
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