Kalibierung Bett (schon wieder)  

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DruckFrizz
(@frizz)
Eminent Member

Hallo Prusa-User,

 

als Neuling bitte ich um freundliche Aufnahme und viel Nachsicht, wenn die Fragen in der nächsten Zeit etwas unbeholfen sind. Und vor allem bitte ich um Entschuldigung, weil ich hier zum millionsten Mal was über Kalibrierung anfange. Ich weiß nicht, ob ich mich einfach an einen solchen Beitrag ranhängen darf…

Und mit dem Hochladen von Bildern bin ich auch etwas unsicher. Kann man hochgeladene Bilder auch wieder löschen? Aber nun zum Thema:

Der Zusammenbau des i3MK3s hat so gut geklappt, dass ich noch immer am Staunen bin. Der Selbsttest hat keine Fehler gemeldet und die Kalibrierungen habe ich auch alle durch.

Der erste Ernstdruck (unsere Hausnummer) hat dann eine vielleicht abstellbare Ungleichmäßigkeit gezeigt: Ich habe die Druckdatei so platziert, dass die erste Schicht später dann die Ansichtsseite werden soll, weil sie so schön glatt ist.

Aber leider zeigte sich, dass auf einer Seite das Filament so dicht zusammenliegt, dass es eine einzige Fläche bildet, fast wie Glas. Zur anderen Seite, also 80 mm nach links, werden die Filamentfäden immer deutlicher. Für mich sagt das, dass das Bett doch nicht präzise kalibriert ist.

Also habe ich die Bettkalibrierung nach prusa-Vorschrift gemacht und dabei diese Ergebnisse bekommen:

Hier das Bett:

und hier den Druck vor weißem Hintergrund:

Sofort erkennbar: links vorne (Bild müsste gedreht werden) ist komplett daneben, rechts vorne wesentlich besser. Das passt zu meinem Hausnummernergebnis.

Was mich dann aber bei genauem Hinsehen noch mehr gewundert hat: Das „Quadrat“ von dem Testlauf für die erste Schicht bildet einen Schatten auf dem Bett und genau da haftet das Filament so schlecht wie auf dem Bild zu sehen ist.

Das würde aber wohl nicht erklären, wieso die Hausnummer so gedruckt wird, oder doch?

Jedenfalls habe ich nochmal alles Schrauben kontrolliert, aber das war alles fest.

Dann habe ich die Stahlplatte umgedreht und die Datei noch einmal gedruckt, da kam das heraus:

und so auf dem Blatt:

Nun weiß ich nicht mehr weiter, denn ich habe noch nichts an irgendwelchen Einstellungen für das Bett geändert, nur die Platte umgedreht und das Ergebnis ist wesentlich besser als von der selben Datei, nur andere Stahlseite…

Was sagt ihr zu diesem Ergebnis? Soll ich irgendwas einstellen? Und wie ist das, wenn ich die andere Seite der Stahlplatte doch mal verwenden will?

 

Ich hoffe, ich habe nichts vergessen, was helfen kann, das Problem zu beschreiben und dann zu lösen. Vielen Dank für jeden Tipp!

Posted : 10/06/2020 5:46 pm
Lichtjaeger
(@lichtjaeger)
Prominent Member

Die Platte ist verschmutzt. Hier im Forum gibt es genug Hinweise zur richtigen Reinigung.

Zudem bist du bei der First-Layer-Calibration noch etwas zu hoch.

Posted : 10/06/2020 6:09 pm
DruckFrizz
(@frizz)
Eminent Member

@lichtjaeger

Hallo Lichtjäger,

 

Danke für die Rückmeldung. Selbstverständlich habe ich auch die Reinigungshinweise gelesen und vor dem Kalibrierungsdruck berücksichtigt. Weil diese "Schatten" auf der Stahlplatte schon hier erwähnt wurden, habe ich besonders gründlich gereinigt, mehrfach. Der Schatten ist geblieben, trotz Spüli, heißem Wasser und Alkohol. Für einen Einsatz mit Schmirgelpapier scheint es mir noch etwas zu früh, denn außer den Kalibrierungsdateien habe ich noch nichts weiter gedruckt.

Auf der Rückseite, also, wo die besseren Ergebnisse entstanden sind, gibt es diese Schatten noch nicht, weil ja bis dahin noch nicht für den Druck verwendet.

Die First-Layer-Cali (FLC) werde ich mit etwas niedrigeren Werten durchführen. Unverständlich, wieso auf der Rückseite bei gleichen Einstellungen ein so anderes Ergebnis herausgekommen ist. Was wird die FLC da bewirken?

Posted : 11/06/2020 7:16 am
kai.r3
(@kai-r3)
Noble Member

@frizz

Die Haftung ist immer ein schwieriges Thema.
Schau doch mal ob Dein Bett in warmem Zustand gerade ist.
Das erkennst Du schon gut wenn Du ein Stahllineal benutzt und schaust ob irgendwo Lücken zu sehen sind.
Es besteht die Möglichkeit das Du ein verzogenes Druckbett hast.
Die Prüfung ist aber eher um das auszuschließen.
Wenn beide Seiten Deiner Druckplatte unterschiedliche Ergebnisse erzielen, kann es nicht primär am Düsenabstand liegen.
Denn der ist bei beiden Seiten identisch da Du das Blech ja nur umdrehst.
Dementsprechend habe ich hier auch die Oberfläche im Verdacht.

Posted : 12/06/2020 11:08 am
Karl Herbert
(@karl-herbert)
Famed Member

@frizz

Zur Prüfung der Ebenheit des Druckbettes könntest Du folgendes durchführen:

Du hast sicherlich Pronterface mit dem PrusaSlicer installiert. Verbinde den PC mit dem Drucker, schalte diesen ein, starte Pronterface und stelle eine Verbindung zum Drucker her. Wenn der Drucker verbunden ist, gib folgenden Befehl in der Befehlszeile rechts unten ein:

G28 (Auto bed leveling) dies zeigt Dir nach dem leveln eine Reihe an Zahlenfeldern. Diese kopierst Du in die Zwischenablage, rufst folgende Seite auf: http://lokspace.eu/3d-printer-auto-bed-leveling-mesh-visualizer/   und ersetzt die Werte im Mesh Data Feld. Visualize Drücken und anschl. siehst Du eine Grafik, welche die Höhenunterschiede visualisiert. Damit kannst Du mal schon Unebenheiten oder Bett Schrägstellungen überprüfen und gegebenenfalls mechanisch korrigieren. Das Prozedere solange wiederholen und das Bett nachjustieren, bis Du zufrieden mit den Werten bist. Ein gut geleveltes Druckbett liegt im Bereich von 0.02 bis 0.1mm über den gesamten Druckbereich.

Einfacher geht's mit Octoprint:

Dafür gäbe es auch ein gutes tool: https://plugins.octoprint.org/plugins/bedlevelvisualizer/ oder https://github.com/PrusaOwners/OctoPrint-PrusaMeshMap

Gutes Gelingen 👍 

This post was modified 3 months ago by Karl Herbert
Statt zu klagen, dass wir nicht alles haben, was wir wollen, sollten wir lieber dankbar sein, dass wir nicht alles bekommen, was wir verdienen....
Posted : 13/06/2020 1:22 am
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DruckFrizz
(@frizz)
Eminent Member

@ Kai-3r

Ja, die Haftung. Ich muss mir solches Werkzeug besorgen, denn mit einem Stahllineal kann ich noch nicht antreten.

 

@ Karl-Herbert

Ich habe mittlerweile am WE noch einiges, incl. Stahlblechreinigung, Sitzkontrolle der Schrauben und mehrfach auch die First-Layer-Cali durchgeführt. Schließlich einen weiteren Probedruck für die Erst-Layer-Kali und einen weiteren, der das ganze Bett mit "Höhen und Tiefen" zeigt. Es gibt weiterhin Probleme, die Erste Schicht ist nicht gleichmäßig auf der Fläche und es gibt deutliche Unterschiede zwischen dem Rand und dem Zentrum.

Oktoprint habe ich nicht (bislang) und mit Pronterface habe ich auch noch nicht gearbitet. Ich werde das aber schnellstmöglich anfangen, damit ich diese Bett-Kiste bald abhaken kann.

Besten Dank erstmal für die Tipps! Ich melde mich mit Bild und Bericht wieder.

Posted : 15/06/2020 2:03 pm
kai.r3
(@kai-r3)
Noble Member

@frizz

Möglicherweise ist es besser wenn Du den Drucker einmal zurücksetzt und ganz von vorne kalibrierst.
Falls Du versucht hast das ganze im Menü einzustellen. Also mit dem Punkt wo Du V/H/L/R die Höhe anpassen kannst, kann es auch sein das Du Dir die Kalibrierung ganz zerschossen hast. Bei älteren FW-Ständen hatte ich das auch schon. Da hat bei mir nur noch zurücksetzen und neu Kalibrieren geholfen.
Wenn Dein Druckbett auch nur halbwegs gerade ist, solltest Du auf jeden Fall einen ordentlichen Testdruck in der Mitte hinbekommen. Und zwar auf beiden Seiten des Druckblechs.
Da brauchst Du sicher nicht direkt das große Besteck auspacken und mit Raspi etc. arbeiten.
Da Du ja schreibst das die Materie noch neu für dich ist, würde ich erstmal damit starten den Drucker gut kennenzulernen und "stock" zu starten.  Wenn Du direkt mit Erweiterungen und alternativen Steuerungen arbeitest erschwert das nur die Fehlersuche.

Gruß Kai

Posted : 16/06/2020 7:32 am
Karl Herbert
(@karl-herbert)
Famed Member

@frizz

Mach das mal mit Pronterface. Das brauchst Du nichts aufzurüsten, ausser Pronterface zu installieren. Das dauert eine Minute. Wenn Du es so machst wie ich oben angeführt habe, hast Du eine grafische Übersicht über die Lage der Druckplatte. Vorher würde ich aber evtl. auch, wie Kai erwähnt hat, einen factory reset durchführen und gegebenenfalls die aktuellste Firmware installieren. Vielleicht stellst Du das Ergebnis dann hier ein damit man mehr daraus schliessen kann. Möglicherweise sind aber auch Deine Linearlager Wellen nicht sauber parallel verlaufend oder die U-Hacken zu fest, zu locker oder unregelmässig festgezogen. Die Fehler könnten sich im ungünstigsten Fall summieren und Du würdest Dir dann sehr schwer tun, ein sauber geleveltes Bett hinzukriegen. Die Y-Achse kann manchmal ein "beast" sein, zumindest wenn man die Forenbeiträge ließt und Du sicherlich nicht der Einzige mit diesem Problem bist.

Statt zu klagen, dass wir nicht alles haben, was wir wollen, sollten wir lieber dankbar sein, dass wir nicht alles bekommen, was wir verdienen....
Posted : 16/06/2020 5:16 pm
DruckFrizz
(@frizz)
Eminent Member

Zuerst: Vielen Dank für eure vielen Tipps und die Mühe, die ihr euch gebt und mit mir habt!

Nein, ganz neu bin ich nicht mit dem 3d-Druck. Ich habe ein paar Erfahrungen mit einem chinesischen CTC-Bizer und wollte mir nun etwas "Eleganteres" gönnen. So kam ich zum Prusa.

Weil sich auf der Grundlage der ctc-Erfahrungen eine Reihe ganz unterschiedlicher Fragen aufwerfen, ordne ich die in folgende Kapitel:

A. Forum: Wenn ich nach einem Thema/Begriff suche, wird mir offensichtlich die gesamte Foren-Welt angezeigt, voran tschechisch. Wie stelle ich die Ergebnisse so ein, dass ich immer in dem Forum bleibe, aus dem heraus die Suche gestartet wird?

Denn ich wollte mich vor dem "factory reset" genau kundig machen, aber bis ich da auch nur wieder im dt. Forum gelandet bin…

B. Zusammenbau: Es hat nach Selbsttest und ersten Druckergebnissen alles fast wie erwartet geklappt. Nur diese Bett-Kiste eben nicht. Meine ctc-Erfahrungen sagen mir: Solange der Druck kleben bleibt, ist das eigentlich (wenigstens vorerst?) egal. Und nachdem ich mehrere Erstschichten-Kalis durchgeführt habe und dabei auf den z-Wert "-950" gekommen bin, wollte ich die Bett-Kiste vorläufig lassen, zumal die Überprüfung mit einem Stahlwinkel und Stahllineal gezeigt haben, dass ich keine Unebenheiten sehen konnte. Ich habe mich ziemlich verrenkt und auch eine Taschenlampe hinter das Lineal gehalten, um den Lichtstrahl als Indikator für irgendwelche Unebenheiten zu sehen: nix. Insofern habe ich dadurch nochmal eine Bestätigung bekommen: Lass die Bett-Kiste einfach erstmal bleiben.

C. Übermut: Nun wollte ich das Original-Prusa-Filament verwenden, um a) vielleicht damit sogar die Bett-Kiste von selbst zu regeln und b) einen noch schöneren Druck aus dem i3 herauszuholen. Also: Filament entladen.

Und da fing dann eine neue, andere Problemzone an. Denn so einfach oder gar automatisch ging das nicht, auch wenn die Aufforderungen im Display so einfach klingen. Beispiel: Knopf drücken. Was passiert? Ich lande im Hauptmenu und sonst passiert nix. Das habe ich zunächst ein paar mal gemacht. Tatsächlich passierte nach dem xten Mal das, was ich erwartet habe: Ich sollte nun sofort das Filament herausziehen! Dazu war eine größere Kraft (als beim ollen ctc) nötig. Weil ich keinen Vergleich habe: Ist das normal? Jedenfalls hatte ich das Fila draußen.

Nun endlich das neue Original-Fila laden. Stand auf "Automatisch". Ich habe das ordentlich angeschnittene Prusa-Fila behutsam eingeführt und gewartet, dass der Motor dann eben "automatisch" loszieht. Nix. Wieder nach x vorsichtigen Versuchen (ich will/wollte nix verbiegen oder verschieben) habe ich dann wieder mit Kraft das Fila geschoben, bis es aus der Düse herauskam. Genau in dem Maß, wie ich oben geschoben habe. Ist das so bei "Automatik" normal?

Nun eine Ersteschicht-Kali. Was passiert? Nix. Kein Filament kommt auf die extra gereinigte Stahlplatte. Jedes Verstellen des Live-z-Wertes bringt nix. Außer, dass der Druckkopf zu nah an die Platte kommt. Deshalb gehe ich in die Einstellungen > Achsen bewegen > Extruder. Da steht ein Wert von "-728". Ist das normal? Ich habe dort vorher ja nie etwas eingegeben, woher also dieser hohe Minuswert? Meine Vermutung: Der kommt vom "Fila entladen", denn minus wird wohl die Rückwärtsbewegung des ExtrMotors sein. Richtig? Den will ich nun mal auf positive Werte rücken, denn wenn die Idee mit dem "Minus = Entladen" stimmt, dann wäre ja klar, wieso die Ersteschicht-Kali nicht klappt.

Also drehe ich (übrigens finde ich die Drehrichtung beim Einstellknopf auch sehr besonders, sie ist genau entgegen meiner intuitiven Art, die Drehrichtung mit dem Display zu verknüpfen), aber die Werte ändern sich nur sehr schleppend, längst nicht so wie bei der z-Achsen-Verstellung. Jedenfalls bin ich irgendwann (wirklich! Das dauert bestimmt mehr als eine Minute von -700 auf Null!) bei einem kleinen postiven Wert. Zwischendurch sind auch leise Geräusche zu hören, vermutlich vom ExtMotor, sehen kann ich aber nichts, selbst bei größter Mühe nicht.

Aber auch alle diese Versuche, auf diese Weise Filament aus der Düse zu drücken, klappen nicht.

Ich stelle nun "Autom. Filament laden" aus und will das manuell machen (wie beim ollen ctc). Aber auch hier muss ich bis ganz unten in Richtung Düse schieben. Und immer noch geht nichts durch, wenn ich die Ersteschicht-Kali ausführe. Die Düse ist aber frei, denn wie sonst könnte Fila durchgehen, wenn ich nur selbst schiebe?

D. Fazit: Ich bin ein bisschen verunsichert, denn der Filamentwechsel beim ctc war kein Problem. Hier ist nun alles so verdreht, dass gar nichts mehr läuft. Ich kann's mir nicht erklären, denn natürlich habe ich alle Aufheizprozeduren abgewartet, immer ohne Kraft versucht, weiter zu kommen, aber so ganz einfach geht das hier alles nicht.

Ist das also normal, dass mit "Kraft" am Filament gezogen oder geschoben werden muss? Genau das war mit ein Kaufgrund für den Prusa, dass das ja alles "automatisch" gehen sollte. So bin ich im Moment wenigstens schlechter als vorher dran. Macht nix, aus Erfahrungen wird man klug. Aber ich will nichts kaputt machen, deswegen die Schilderung oben und hier die Frage:

Factory Reset? Jetzt? Alles weg und neu anfangen? Nur weil ich das Filament gewechselt habe?

Gibt es für den Reset mehr als einen Weg? Falls ja: Welchen nehme ich? Und was sollte ich vor dem reset noch machen? Die Frage geht nach den Lagern und Wellen. Nach dem Selbsttest (den ich auch mehrfach durchgeführt habe in diesen letzten Tagen) ist alles "OK". Wenn ich dem nicht trauen darf: Worauf soll ich bei der Kontrolle der Lager, Wellen, U-Haken und Schrauben besonders achten? Beim Zusammenbau habe ich mir schon wirklich viel Mühe mit Genauigkeit und auch Gleichmäßigkeit gegeben. Aber natürlich baue ich nicht jeden Tag einen Prusa zusammen, da fehlt eben die Erfahrung. Deshalb: Was muss besonders beachtet werden? Was könnte ich auch erstmal so lassen?

Und was genau mache ich nach dem Reset? Nach Handbuch vorgehen? Oder gibt es eine andere Reihenfolge, von der ihr wisst, dass sie sicherer zu einem guten Ergebnis führt?

Im Moment bin ich besonders verunsichert dadurch, dass das Fila nicht läuft. Nur eben, wenn ich selbst schiebe.

Besten Dank nochmals und besonders für die vielen Tipps!

Posted : 17/06/2020 9:13 am
Karl Herbert
(@karl-herbert)
Famed Member

@frizz

Die meisten Probleme, und sehr wahrscheinlich auch bei Dir, macht die Sensortechnik. Ein schlecht justierter Filamentsensor erkennt kein Filament und somit macht die Hardware nichts, ausser warten und evtl. nach einigen Versuchen oder einer gewissen Zeit einige misteriöse Warnungen oder Fehlermeldungen von sich zugeben.

Ich würde die Düse mal auf 240Grad erhitzen und ein Stück PETG in den Extruder schieben, bis Du den Widerstand der Antriebsräder bemerkst. Dann im LCD nachschauen wie der LCD Status aussieht: Menu -> Support -> Sensor Info. Der Wert sollte auf eins stehen. Tut er das nicht, musst Du den Sensor justieren, wenn es blöd läuft, kann auch die Platine defekt sein oder es irgendetwas mit den Sensorleitungen (Kurzschluss, Bruck, Wackelkontakt).

https://help.prusa3d.com/de/article/kalibrierung-des-ir-filamentsensors-mmu2s_5848

https://help.prusa3d.com/de/article/ir-filament-sensor-mk2-5s-mk3s_112218

 

Statt zu klagen, dass wir nicht alles haben, was wir wollen, sollten wir lieber dankbar sein, dass wir nicht alles bekommen, was wir verdienen....
Posted : 17/06/2020 10:18 am
DruckFrizz
(@frizz)
Eminent Member

Hallo Karl-Herbert,

es bleibt für mich die Frage: Wieso das alles, wenn ich nur das Filament gewechselt habe? Ist denn die Prusa-Technik so sensibel?

Vor dem Wechsel hat er alles gedruckt, bis auf diese Bett-Ungenauigkeit, die vergleichsweise harmlos ist. Der Fila-Wechsel hat nun zu diesem Zustand geführt…

Im Moment ist ja das Prusa-Filament drin, ich werde nachher nach dem Sensor sehen (nach Deiner Anleitung). Wie gesagt: Der Selbsttest hat überall "OK" gemeldet, da müsste doch der Sensor auch getestet worden sein. Egal, das mache ich auf jeden Fall.

Leider habe ich (wg. Anfänger) nur PLA und kein anderes Filament. Welche Testtemperatur sollte ich da nehmen?

Der Sensorlink führt zum MMU, den ich nicht habe. Ist die Anleitung trotzdem richtig (eben vom MMU-Zeug abgesehen)?

Gibt es noch andere Hinweise zu den oben aufgeführten Punkten?

Und ich werde auch die allerneueste FW installieren, meine ist derzeit 3.8.1, so kam der i3 hier an.

Posted : 17/06/2020 10:50 am
Karl Herbert
(@karl-herbert)
Famed Member

@frizz

Ich würde sagen, man konzentriert sich zuerst einmal konkret auf ein Thema. Du hast da so viele Probleme und Fragen angeführt und diese sind pauschal meist nicht zu beantworten. Wenn Du die Sache mit der Haftung in den Griff bekommen hast (ebenes, sauber geleveltes Druckbett und mit Seife und Wasser sauber gereinigte Druckplatte), würde ich anschl. den IR-Sensor überprüfen. Das gibt es verschiedene Konstruktionen, welche natürlich Druckerabhängig sind. Der Sensor hat die Aufgabe das Vorhandensein von Filament rückzumelden. Tut er das nicht, so tut auch die Hardware nichts. Dafür ist der Sensor auch da. Wenn der schlecht justiert oder verstellt ist, erkennt er kein durchlaufendes Filament. Das Verhalten kann sich von Filament zu Filament unterscheiden.

Was ich auch noch sehr empfehlen würde: Prusa hat ein ausgezeichnetes Handbuch mitgeliefert. Da würde ich mir die Zeit nehmen um dies durchzulesen. Da werden viele Fragen hinfällig. Die Händbücher gibt's auch online und werden regelmäßig aktualisiert.

Die FW 3.8.1 würde ich vorerst nicht wechseln. Die läuft an und für sich einwandfrei.

Wenn Du nur über PLA verfügst, musst Du halt die Testtemp. dementsprechend anpassen (190-220Grad), je nach Marke. Weiters würde ich auch checken ob nicht evtl. der Extruder verstopft ist. Das kann bei PLA hin und wieder passieren. Das hotend kannst Du dann entweder mit einem "coldpull" oder mit einer feinen Düsennadel versuchen zu reinigen. Wenn mal ein Stück Filament im hotend stecken bleibt, versuche ich dies immer mit einer 1.6mm Wolfram Schweißelektrode und aufgeheizter Düse vorsichtig durchzuschieben.

This post was modified 3 months ago by Karl Herbert
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Posted : 17/06/2020 12:14 pm
Karl Herbert
(@karl-herbert)
Famed Member

Wolframcarbid (tungsten carbide) Schweißelektroden: https://www.amazon.de/gp/product/B07R6Y2LKS/ref=ppx_yo_dt_b_asin_title_o04_s00?ie=UTF8&psc=1

Düsen Reinigungsnadeln: https://www.amazon.de/gp/product/B07M66QHQF/ref=ppx_yo_dt_b_search_asin_image?ie=UTF8&psc=1

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Posted : 17/06/2020 12:19 pm
DruckFrizz
(@frizz)
Eminent Member

Tja, was soll ich sagen. Als Gern- und Vielleser habe ich das Handbuch (engl.) als Softcover und auch in der online-Version in manchen Abschnitten mehr als einmal gelesen. Ehrensache. Und wenn dann mehr Fragen anfallen als Antworten zu finden sind, dann liegt das an meinem stürmischen Wesen.

Deswegen habe ich auch (wie auf der Prusaseite an allen Ecken und Enden angemahnt) nun endlich die allerneuste FW. Wollte mir niht sagen lassen, dass das ja a) überfällig und b) die Wurzel allen Übels ist. Und nun schreibt Karl-Herbert, ich soll das lieber lassen…

Wie auch immer. Sie ist jetzt drauf und danach habe ich gelevelt, Ersteschicht-Kali laufen lassen, natürlich den Selbsttest. Alles "OK", bloß kein Filament.

Dann habe ich allen Mut zusammengenommen, den Schraubenzieher und geschraubt, bis ich an die Fila-Transport-Ecke gekommen bin und alles sehen konnte. Nach Aufheizen habe ich auch den Ext-Motor bewegen können und dabei dann die Lösung für dieses Desaster gefunden.

Es war kein Sensor, bisher auch keine Lager- oder Levelsache. Es war diese Madenschraube, die das Zahnrad auf der Motorachse sichert. Ich weiß genau, dass ich bei der Montage diese Madenschraube sehr bewusst und auch entsprechend vorsichtig und fest angezogen habe. Sie war komplett locker, das Zahnrad ließ sich auf der Achse ganz leicht hin und her bewegen. Also kein Wunder, dass kein Fila geschoben wurde. Wieso hier nicht zwei von diesen Schrauben verbaut werden, weiß ich nicht, denn an anderen Motorachsen sind ja zwei…

Sollte diese "Lockerung" damit zusammenhängen, dass ich mit "Kraft" beim Entladen am Fila gezogen habe? Dann wäre das schon sehr bedenklich, denn ich habe nicht raus, wie das Entladen ohne diesen Krafteinsatz gehen sollte.

Mal sehen, was dazu so an Erfahrungen noch zu finden ist, bei all den Fragen die ich habe. Jedenfalls druckt nun das originale Prusafila und auch mal sehen, wie es so am Ende dann rauskommt. Die Madenschraube werde ich mir jedenfalls merken und jedem empfehlen, auch an diese Minischraube zu denken, wenn mal irgendwas nicht mit dem Fila geht. Hier war jedenfalls alles sauber und durchgängig justiert, trotzdem kein Vorschub. Dass das an dieser Schreube lag, habe ich nicht geahnt. Das wird bestimmt in der Zukunft noch ein paar Mal Quelle von Problemen sein, denn festziehen lässt sich diese Minischraube ja nicht wirklich, sonst ist sie überdreht…

Und noch eine Frage zu den Düsennadeln: Bei meinem Drucker lag so eine "Akupunkturnadel" bei, in einem Beutel mit "Cleaning assessories" als Aufschrift. Ist das die originale Reinigungsdüse? Beim ollen ctc habe ich auch sowas wie Du verwendet: Stahldraht, habe es aber so gut wie nie gebraucht.

Wäre eine Fila-Reinigung (unmittelbar vor dem Druckkopf nachgerüstet) sinnvoll? Macht ihr sowas? Und wenn ja: Was wäre das beste System? 

Posted : 17/06/2020 12:53 pm
Karl Herbert
(@karl-herbert)
Famed Member

@frizz

Kleine Ursache, große Wirkung. Immer wieder bei den Druckern ein Thema hier. Die Madenschrauben können sich gerne mal lockern, deshalb würde ich diese evtl. mit etwas Lack sichern. Kein Loctite hochfest verwenden, denn dann bekommst Du die Schraube nicht mehr gelöst.

Zum Reinigen der Düse verwende ich nach dem Filamentwechsel tranparentes Nylon, erhitze die Düse auf 280 Grad C. und schiebe 10-20cm, je nach Verschmutzungsgrad, durch. Man sieht dann schön die Farbreste welche mit extrudiert werden. Manchmal ist dies aber nicht ausreichend und man benötigt zum Reinigen entweder eine dünne Düsennadel (0.3, 0.35 mm, je nach Düsendurchmesser), eine Elektrode für's Grobe oder manchmal, wenn gar nichts mehr geht -> Düse wechseln oder hotend zerlegen.

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Posted : 17/06/2020 1:23 pm
kai.r3
(@kai-r3)
Noble Member

@frizz

Glückwunsch zur erfolgreichen Fehlersuche!

Ich bin da ganz bei Karl. Metall in Metall sichere ich grundsätzlich mit Loctite blau (Loctite 243). Das ist nicht nur  recht gut wieder lösbar, sondern auch weitestgehend Fett-/Ölresistent. Also wunderbar geeignet an Stelle die in unmittelbarer Nähe gefettet oder geölt werden.

Posted : 17/06/2020 2:40 pm
DruckFrizz
(@frizz)
Eminent Member

Ja, ganz kleine Ursache! Eine Made eben. Aber nun nochmal zum Lesen: Auf Seite 10 vom Abschnitt 5 (E-Achse) steht: "Don't use any glue to fix the screw…", was sicher ein schönes englisches Gedicht ist. Ich meine, irgendwo anders steht dieser Klebehinweis nochmal und genau deswegen habe ich mein Loctite nie verwendet, obwohl es mich sehr anlächelte. Ihr meint das sicher gut und ich hätte ja ohne diesen ausdrücklichen Warnhinweis von Prusa in der Originalzusammenbauanleitung bestimmt diese Metall-auf-Metall-Schrauben so gesichert. Aber was gilt nun? Falls ich demnächst wieder an diese Made ranmuss, werde ich Loctite nicht vergessen. Und was sagt ggf. die Garantie? Wo doch die Anleitung präzise Kleben verbietet?

Jetzt bin ich erstmal froh, dass der i3 so schön vor sich hinschnurrt und das Bauteil (bislang) makellos druckt. Das zählt! Wo ist der nächste Tunnel?

Posted : 17/06/2020 3:25 pm
kai.r3
(@kai-r3)
Noble Member

@frizz

Also das ist sicherlich eine Sache der Interpretation bzw. der wortgenauen befolgung der Anweisung (nicht KLEBEN). Ich denke das Prusa sich mit dem Hinweis gegen tatsächliches Keben absichert. Viele Anwender werden den Unterschied zwischen "Sichern" und "Fügen&Kleben" nicht kennen bei so etwas. Und letztgenanntes bekommt man ohne hohe Temperaturen nicht mehr los. Das hieße dann komplette Bauteile tauschen wegen einer festsitzenden Schraube. Gegen das reine Sichern der Schrauben mit leichter oder mittelfester Schraubensicherung spricht nichts gegen. Ich habe ALLE Schrauben des MK3 wo Metall in Metall geht gesichert mit Loctite 243. Und ich habe jede Schraube davon die ich bei Wartungsarbeitern gelöst habe auch wieder mit Schraubensicherung eingesetzt. Ich kann also jedem nur dazu raten die Schrauben zu sichern. Aber bitte mit Verstand und Augenmaß. Also die Schrauben nicht baden und keine hochfesten Sicherungen oder Kleber verwenden.

Posted : 17/06/2020 4:05 pm
Karl Herbert
(@karl-herbert)
Famed Member

@frizz

Mach mal einen Versuch an einem anderen Teil. Loctite hochfest hält zwar, aber meist für immer. Ich würde eher einen Lack verwenden (Nagellack) oder was wir früher gemacht haben: mit einer feinen Säge das Gewinde leicht der Länge nach ansägen. Meine "Maden" haben sich darum schon seit über zwei Jahren keinen Mü bewegt. Wichtig ist nur, dass die Gewindebohrung genau im rechten Winkel zur Fläche der Welle steht.

Oder wie Kai zum Thema Kleben erwähnte: Loctite easy ist normalerweise ausreichend.

This post was modified 3 months ago by Karl Herbert
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Posted : 17/06/2020 6:06 pm
DruckFrizz
(@frizz)
Eminent Member

Nein, das ist sicher kein Fall für eine hochfeste Verbindung. Wie gesagt, bei den nächsten "Wartungsarbeiten" werde ich auch Loctite verwenden, so wie ich das bei anderen Schrauben auch gemacht habe, sofern es nicht selbstsichernde waren und eben auch so, dass ich sie wieder lösen kann!

Nochmal die Frage nach der Filamentreinigung: Macht ihr sowas? Und wenn ja: Wie?

Beim China-ctc hatte ich das selbst drangefriemelt, ob es was gebracht hat, weiß ich nicht. Ich bin ja kein Power-User oder Profi. Aber wenn man sich durch so eine vergleichsweise harmlose Einrichtung irgendwelchen Ärger oder Zusatzwartung ersparen kann, wäre es doch prima.

Posted : 19/06/2020 10:30 am
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