Drucken mit Stützen  

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ullisun58
(@ullisun58)
Eminent Member

Hallo,

ich besitze seit Ende Februar einen Prusa Mini Plus. Nach einigen Tagen Euphorie, Frust und Geduld, erziele ich dank der Hilfe aus dem Forum zum Leveling auch sehr gute druck Ergebnisse. Ich benutze den Drucker um für selbstgebaute Elektronik Baugruppen Gehäuse zu erstellen, die ich zuvor in Fusion 360 entworfen habe. Nun habe ich die Herausforderung für ein 7" Display eine Rückwand zu drucken die an einer Seite abgeschrägt ist. Wenn ich es Slice gerät die erste Stützschicht außerhalb des Druckbettes (siehe Screenshot) Würde den Deckel um 180° drehen, würde der Rand mit den Schnappverschlüssen auf dem Druckbett liegen, und der gesamte Deckel müsste gestützt werden, Wie gehen hier die Profis vor? Kann ich die Fehlermeldung beim Slicen ignorieren? Habe die STL Datei angehängt. Mal noch ne Frage zum Filament. Beim Kauf habe ich mir Prusament PLA mitbestellt. Das geht sehr gut. Bei "NoName" von Amazon musste ich mit der Düsentemperatur ein wenig spielen. Welches Filament eignet sich am besten für den Mini und für Gehäuse so wie ich sie einsetze. Mit der Maßhaltigkeit bin ich zufrieden, gerade bei Schnappverschlüssen, oder in Verbindung mit der Konstruktion von STEP Dateien. Jedoch müssen die Wände immer 2mm stark sein, sind wird es zu instabil. Ist PLA das richtige Filament oder gibt es da stabileres?
Vielen Dank für Eure Antworten.
Gruß
Ulli


Stützen außerhalb des Druckbettes[/caption]

Es ist herausfordernder über Steine zu stolpern, als auf ausgetretenen Pfaden zu wandern...
Posted : 31/03/2021 9:27 am
Kai
 Kai
(@kai-2)
Noble Member

@ullisun58

Hallo Ulli,

Dein Teil ist natürlich denkbar ungünstig um mit FFF/FDM sauber gedruckt zu werden. Dafür ist die Schräge einfach zu flach.
Generell sollte das aber so funktionieren. Besonders die Rastnasen der Schnappverschlüsse wirst Du sonst nicht anders hinbekommen.
Ich nehme an das Schneiden/Aufteilen des Teils ist keine Option.
Nun zum Material. Das kann mit PLA funktionieren. Generell rate ich hier aber eher zu PETg, ABS etc.. Also zu den eher zähen Materialien. Besonders bei Schnappverschlüssen brechen sonst gerne mal solche Nasen ab. Dein spezielles Teil hier birgt dafür aber nicht sonderlich viel Potential. Das sollte also auch mit PLA funktionieren. Werden die Nasen allerdings größer bzw. länger werden, brechen die sehr schnell in PLA. Ich habe das grad durch bei Abdeckungen für die Radnaben meiner Winterräder. Die habe ich zum testen in PLA gedruckt. Das Ergebnis waren 2-3 (von 4) abgebrochene Rastnasen beim einstecken. Mit PETg gedruckt halten die bestens und lassen sich auch beliebig einstecken und auch wieder entfernen.

Gruß Kai

Posted : 31/03/2021 9:43 am
Manfred
(@manfred)
Reputable Member

@ullisun58

weiß nicht wie weit und ob es stören würde, wenn du am den Ecken so eine kleine Wand konstruieren würdest, welche sich dann nach dem Drucken leicht entfernen lässt? Also praktisch eine Stütze selber konstruieren, damit dort vom Slicer keine Stützen angelegt werden und alles auf das Brett passt.

Bezüglich Material würde ich wie Kai schon schrieb in deinen Fall zu ABS greifen. Unter bestimmten Umständen sogar auf ESD ABS. Kommt eben immer drauf an, welches Projekt man realisieren möchte.

Einfache Reglergehäuse drucke ich aber auch mit PETG, allerdings verschraube ich diese über Gewindeeinsätze, da ich mit Schnappnasen etwas schlechte Erfahrungen machen musste (verzieht sich die Geschichte etwas, fliegt der Deckel runter, macht man die Schnappnasen zu stark, bekommt man den Deckel nicht richtig runter).

Man kann Dir den Weg weisen, aber gehen musst du ihn selbst - happy Printing :-)...
Posted : 31/03/2021 10:42 am
ullisun58
(@ullisun58)
Eminent Member

Vielen Dank Kai, und Manfred für eure Hinweise.
ich habe einfach mal vom Deckel einen kleinen Teil gedruckt ca 5 cm Lang von der Schräge und ein wenig von derm Teil, der dann direkt auf dem Druckbett liegt. Habe es auch so positioniert, dass er eigentlich Außerhalb des Druckbereiches mit den Stützen anfangen müsste. Er druckt ohne zu meckern, und Deine Idee Manfred mit der Stütze ist auch eine gute Anregung. Die Unterseite der Schräge entspricht aber in keinster Weise meinen Qualitätsansprüchen. Auch wenn nur wenig davon Sichtbar ist, es kommt in die Mitte der schrägen im -Bereich der Aussparung- noch ein kleines Raspberry Pi Gehäuse, werde noch eine Verblendung in den Deckel hinein konstruieren.
So brauche ich weniger Stütze, da ich die Aussparung viel größer gestalten kann und dann kommt da noch eine Blende drüber, die dann wieder "Aalglatt" ist. Zum Material, dann werde ich mir mal PETg ordern. Meine irgendwo gelesen zu haben dass für Anfänger PLA besser ist. Was die Schnappnasen betrifft, die fallen bei mir immer klein aus, und ich habe lange gebraucht, bis ich den richtigen Abstand raus hatte. Momentan arbeite ich immer mit 0,5 - 0,8 mm Spiel zwischen den Modellteilen. Die Passgenauigkeit ist schon gut. Ich Stelle bei Fusion360 z.b. 14,1 mm ein und der Drucker druckt 14,1 mm Das ist schon gut.
Ich lasse den Thread noch einen Tag auf, und schließe ihn dann.
Besten Dank nochmals und schöne Ostern.

Es ist herausfordernder über Steine zu stolpern, als auf ausgetretenen Pfaden zu wandern...
Posted : 31/03/2021 7:38 pm
ullisun58
(@ullisun58)
Eminent Member

@manfred

Noch eine Frage zu den Gewindeeinsätzen. Wie verbindest Du diese mit dem Gehäuse? Machst Du das Loch kleiner als der Außendurchmesser und setzt Du es unter Hitze ein, oder verklebst Du die Muffe? Und wenn verkleben, dann mit welchem Klebstoff?

Gruß

Ulli

This post was modified 1 month ago by ullisun58
Es ist herausfordernder über Steine zu stolpern, als auf ausgetretenen Pfaden zu wandern...
Posted : 01/04/2021 8:54 am
Kai
 Kai
(@kai-2)
Noble Member

@ullisun58

Mit dem PLA hast Du absolut recht. Das ist generell erstmal am einfachsten zu verarbeiten und deshalb auch sehr gut geeignet für z.B. dekorative Drucke. Alle anderen Filamente benötigen oft etwas mehr von Allem. Teilweise wird es auch extrem schwierig wenn es z.B. in Richtung Nylon etc. geht.

Aber nochmal zu Deinem Teil. Du kannst das natürlich auch in einer komplett anderen Position drucken. Du könntest es z.B. so ausrichten das eine der Kanten auf der Druckbett aufliegt, und der Rest des Gehäuses im Bereich ab 40° (und größer) dann in die Höhe gedruckt wird. Bei der Größe deines Teils wird aber auch das sicherlich nicht ganz ohne Stützen funktionieren. Auch wenn Diese dann nur der Stabilisierung dienen.

Je mehr ich drüber nachdenke könnte das tatsächlich Dein Problem komplett lösen. Das Teil diagonal ausrichten, Stützwände außen an das Teil modellieren und später mit einem scharfen Cutter entfernen. Dann sollte, bis auf das Bridging im Bereich des Durchbruchs, alles sauber gedruckt werden. Du bräuchtest dann auch nur an einer Seite noch Stützen für die Rastnasen.

Posted : 01/04/2021 8:55 am
Kai
 Kai
(@kai-2)
Noble Member

@ullisun58

Ich hoffe das war halbwegs verständlich.

Posted : 01/04/2021 8:59 am
Manfred
(@manfred)
Reputable Member

@ullisun58

ich verwende hauptsächlich diese M3 Gewindeeinsätze, wobei ich beim Konstruieren, wie in der Zeichnung zu sehen ist eine 4mm (3,9mm) Bohrung reinmache, in welches der untere Teil des Gewindeeinsatzes reingesteckt wird. Danach den Lotkolben auf 220°C anheizen und das gute Stück mit einer leichten Drehbewegung in den Kunststoff schmelze. Angeschraubt wird der Deckel dann einfach mit M3 Senkkopfschrauben.

Klar braucht man zum Öffnen immer einen Schraubenzieher, was allerdings bei elektrischen Gehäusen nicht so falsch, bzw. im Handbereich sogar vorgeschrieben ist.

Man kann Dir den Weg weisen, aber gehen musst du ihn selbst - happy Printing :-)...
Posted : 01/04/2021 10:48 am
karl-herbert
(@karl-herbert)
Illustrious Member

@ullisun58

Ich mische mich auch kurz mal ein. Zum Einfügen eines Gewindeeinsatzes (die vom Manfred verlinkten), benötigt man eine "Kernbohrung", mit Durchmesser 3.9-4mm und ca. 6mm tief. Denn Einsatz drückst Du mit Hilfe einer erwärmten Lötspitze (ca. 250-300 Grad C.) senkrecht zur Bohrung so tief ein, wie Du es benötigst (normalerweise bündig zur Druckoberfläche).

Schöne Grüße,

Karl

Statt zu klagen, dass wir nicht alles haben, was wir wollen, sollten wir lieber dankbar sein, dass wir nicht alles bekommen, was wir verdienen....
Posted : 01/04/2021 10:49 am
Kai
 Kai
(@kai-2)
Noble Member

@karl-herbert

Dann mische ich mich auch noch ein.
Berücksichtige auch noch eine Fase am Bohrloch, da sich gerne etwas Kunststoff aufwölbt beim Einschmelzen.

Gruß Kai

Posted : 01/04/2021 11:05 am
Clemens M.
(@clemens-m)
Prominent Member

@ Karl-Herbert, Kai:

Wenn diese Einsätze in einem Sackloch sitzen - sind die dann leicht durch zu hohe Belastung aus dem eigentlichen Bauteil herauszuziehen, oder bricht da eher das Bauteil drum herum und geht kaputt. Für meinen Heizbettträger überlege ich jetzt nämlich auch mit diesen Einsätzen zu arbeiten, nachdem mich der Karl-Herbert damit infiziert hat.

lg, Clemens

Posted : 01/04/2021 11:42 am
ullisun58
(@ullisun58)
Eminent Member

Ui Infizieren, lieber nicht, aber wir haben ja Masken.
Danke für die Hinweise auf die Gewinde Einsätze Manfred. Was meine ursprüngliche Herausforderung betrifft, so werde ich mit 2 deckelteilen arbeiten. wenn es vorzeigbar wird, dann werde ich es hier veröffentlichen.
So long schöne Ostern!
Ulli

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Posted : 01/04/2021 11:52 am
Clemens M.
(@clemens-m)
Prominent Member

Sorry - ich hatte das Video ignoriert - da lernt man aber eh schon einiges auf meine Frage! Beeindruckend wie gut die halten!!!

lg, Clemens

 

Posted : 01/04/2021 11:57 am
karl-herbert
(@karl-herbert)
Illustrious Member

@clemens-m

Bzgl. Bruch hatte ich nur mit dem polymax PC Probleme (MK3 Extruder). Da sind mir einige Gewindeeinsätze herausgebröselt, sogar so extrem, dass die Schrauben am Druckbett lagen. Normalerweise halten die Schrauben aber deutlich besser als wenn diese lediglich in den Kunststoff (natürlich auf Kernddurchm. gebohrt bzw. gedruckt) geschraubt werden. Mit ASA, Nylon, PLA oder PETg hatte ich bislang nie Probleme. Belastungstests habe ich allerdings keine durchgeführt.

Schöne Grüße,

Karl

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Posted : 01/04/2021 12:12 pm
Kai
 Kai
(@kai-2)
Noble Member

@clemens-m

Die halten schon sehr viel aus wenn sie gut gesetzt sind.
Wichtig ist das Du für die jeweiligen Einsätze den richtigen Bohrungsdurchmesser verwendest.
Die können sich durchaus von Hersteller zu Hersteller unterscheiden.
Eine weitere Möglichkeit ist es die Gewindeeinsätze von der anderen Seite zu setzen.
Wenn viel Zugbelastung auf den Gewindeeinsatz kommt zieht die Schraube so erstmal den Einsatz ins Bauteil bevor der herausreißt.
Aber das benötigt in der Tat schon sehr viel Kraft.
Hitsert 2 Gewindeeinsatze in M5 bekommst Du mit vertretbarem Aufwand aus ABS/ASA und auch aus PET kaum noch raus. Und damit meine ich zwei Zangen und nicht grad zierliche Arme. Bei M4 wird es etwas einfacher, und bei M3 nochmal etwas. Aber auch hier benötigst Du schon ordentlich Kraft. Wenn die Einsätze gut sitzen reißt Du damit aber auch immer Teile aus dem Material mit raus. Aber das ist ja in dem Video auch gut zu sehen. Mich hat allerdings auch erstaunt das die Einsätze bis zu 180KG Zug standhalten.

Posted : 01/04/2021 1:35 pm
karl-herbert
(@karl-herbert)
Illustrious Member

Ich verwende die Messingeinsätze M3-M6 inzwischen fast überall bei meinen Druckteilen. Ich habe mir dazu auch passende Lötspitzen und eine Einpressvorrichtung (ähnlich einer Ständerbohrmaschine) zurechtgebastelt. Bei kleinen Infill Werten sollte man darauf achten, dass genügend Perimeter zur Verfügung stehen. Hilfreich kann es sein, wenn man sich zuerst eine Testteil druckt und an einigen Einsätzen das Einpressen testet. Mit Wärme lassen sich die Einsätze dann ganz leicht wieder entfernen.

Statt zu klagen, dass wir nicht alles haben, was wir wollen, sollten wir lieber dankbar sein, dass wir nicht alles bekommen, was wir verdienen....
Posted : 01/04/2021 4:26 pm
Manfred
(@manfred)
Reputable Member

kann mich dem geschriebenen bezüglich Gewindeeinsätze nur anschließen. Klar gebe es noch die Möglichkeit normale Muttern in den Druck einzubinden aber die Gewindeeinsätze wirken einfach sauberer. Für meine Einsatzgebiete verwende ich auch max. M6 Einsätze. Mit 4 M6-Eisätze heben wir locker ein Quad oder einen Rasenmäher-Traktor, mehr brauche ich nicht 🙂 Wie Kai schon geschrieben hat spielt es natürlich auch eine Rolle an welcher Seite man die Einsätze reinmacht. Bei axialer Kraftübertragung mache ich mir bei den Einsätzen überhaupt keine Gedanken. Bei seitlicher Kraftübertragung muss man sein Bauteil danach konstruieren und dementsprechend drucken.

@ullisun58

da du selber konstruierst hast du den Vorteil diverse Projekte mit kleinen Testdrucks erstmal zu testen, ohne gleich viel Material zu vernichten. Und ehrlich gesagt macht es auch viel mehr Spaß an diversen Sachen zu feilen als wenn alles gleich vom Anfang an 100% perfekt läuft 😀  Bin schon gespannt wie das Ding am Ende bei dir aussieht, Bilder wären dann natürlich nett 😉

auch von mir frohe Ostern und gesund bleiben!

Man kann Dir den Weg weisen, aber gehen musst du ihn selbst - happy Printing :-)...
Posted : 01/04/2021 5:55 pm
ullisun58
(@ullisun58)
Eminent Member

@manfred, das mit dem selber konstruieren, das macht es ja gerade aus, wir sind doch schließlich alle Individualisten.
Von der Stange kaufen kann jeder. Also habe vorhin den Deckel ein wenig verändert, bei den Dickenflächen ein paar Ausparungen gemacht, denn 4,7mm Wandstärke sieht zwar gut aus, aber ist m.E. überdimensioniert. 
Derzeit baue ich für mein altes PollinDisplay ein Gehäuse und an die Schräge vom Deckel wird das Gehäuse vom Raspberry angedockt. Das habe ich letzten mal mit ner STEP Datei vom pi erstellt. Ich lerne halt immer noch, ist aber cool geworden und wird auch noch mal überarbeitet. Die Platine geht zu stramm rein. 

Pi am Display

Pi mit Deckel

Ich finde das kann man schon fast vorzeigen.
Kennt eigentlich jemand ein Programm mit dem man anständig STL Dateien bearbeiten kann, denn oft passen ja 70% von einer Vorlage und man will nur geringfügig was ändern. Mit Fusion breche ich mir da echt die Finger
Gruß
Ulli

Es ist herausfordernder über Steine zu stolpern, als auf ausgetretenen Pfaden zu wandern...
Posted : 01/04/2021 6:40 pm
Kai
 Kai
(@kai-2)
Noble Member

@ullisun58

Anständig STL Dateien bearbeiten wird anspruchsvoll. Der 3d Bilder kann sowas zwar, ist aber Murks. Bei den Programmen die ich so kenne bzw. nutze ist das immer mit einem mehr oder weniger aufwändigen Import verbunden.  Freecad ist so ein Kandidat..... Im Normalfall zeichne ich die Sachen mittlerweile alle neu.

This post was modified 1 month ago by Kai
Posted : 01/04/2021 7:43 pm
ullisun58
(@ullisun58)
Eminent Member

Guten Morgen Manfred,

Komme noch Mal auf die Gewindeeinsätze zurück. Wie gestaltest Du das Gegenstück? Also wie stark ist die Wandstärke in der Regel wo der Kopf der Schraube gegen drückt?

Es ist herausfordernder über Steine zu stolpern, als auf ausgetretenen Pfaden zu wandern...
Posted : 02/04/2021 8:54 am
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